Ziel des Praxisseminars ist es, bei der vorhandenen Komplexität und Brisanz des Themas einen praxisnahen Überblick zu häufigen Gebäudeschadstoffen zu geben und die Konsequenzen aufzuzeigen, die daraus für Sanierung, Rückbau und Entsorgung resultieren. Somit werden kosten- und risikomindernde Handlungsoptionen unterstützt. Es werden wertvolle praktische Hinweise von der Erkennung und Einstufung gefährlicher Bauabfälle bis hin zu prinzipiellen Entsorgungswegen aufgezeigt. Dazu zählen auch Fragen bei der Einstufung und Dokumentation im Abfallnachweisverfahren und Regelungen beim Abfalltransport.
Durch stetig wachsende Forderungen im Abfallrecht tragen Bauherren, Sanierungs- und Abbruchunternehmen und Entsorger eine zunehmende und nicht abgebbare Verantwortung in der Abfallentsorgung. Wird u.a. ein Gebäude saniert oder abgerissen, kann auf zahlreiche Stoffe gestoßen werden, die sich als gefährliche Bauabfälle „entpuppen“. Die Art und Menge der Gefahrstoffe im Bauschutt und Bauabfall entscheidet über die notwendigen Maßnahmen im Umwelt-, Gesundheits- und Arbeitsschutz. Sowohl die Beschäftigten auf der Baustelle müssen entsprechend geschützt werden als auch die Entsorgungsfragen müssen bewältigt werden.
Neben dem Sicherheits- und Gesundheitsschutzplan (SiGePlan) muss für die Baustelle auch ein Rückbau- und Entsorgungskonzept auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung erstellt werden. Die Palette möglicher Schadstoffbelastungen an und in Gebäuden ist sehr vielfältig. Viele Baustoffe sind an nicht einsehbaren Stellen im Gebäude „versteckt“. Die Schwierigkeit bei der Gefährdungsbeurteilung besteht insbesondere darin, die Bauabfälle richtig einzustufen, also die Gefahrstoffe darin zu bestimmen und zu messen. Gerade bei Abbrucharbeiten sind die Baumaterialen meist stark durchmischt. Somit werden in der Praxis oftmals zahlreiche Fehler begangen, die hohe Kosten nach sich ziehen.
Zielgruppen: leitende Verantwortliche aus Prüflaboratorien und Ingenieurbüros, Recycling- und Abfallunternehmen, Deponien, Verbänden und Behörden
Abfallrechtliche Grundpflichten
Abfalleinstufung
Gebäudeschadstoffe, Künstliche Mineralfasern, Flüchtige organische Verbindungen, Formaldehyd, PCB; PAK, Schwermetalle, Holzschutzmittel, Schadwirkungen, Abfalleinstufung, Fundstellen am Bau
Umgang mit gefährlichen Bauabfällen
Spezielle Regelwerke
Grundsätzliche Entsorgungswege
Ausblick: Nachweise, Register, Transport
Praxisbeispiele
Vermeidung von Fehlern
Dipl.-Ing. Wolfgang Mondry, ehemals Sachgebietsleiter Abfallbehörde im Umweltschutzamt Bremerhaven